Der Steuerberater ist in Deutschland kein klassischer Ausbildungsberuf mit Ausbildungsvertrag, sondern ein reglementierter Beruf. Der Zugang führt über eine kaufmännische Ausbildung – meist zum/zur Steuerfachangestellten – oder ein Studium, anschließende Berufspraxis und das Steuerberaterexamen nach § 36 StBerG. Dieser Leitfaden zeigt den vollständigen Weg zum Steuerberater.
Auf einen Blick
Der häufigste Einstieg in den Steuerberaterberuf führt über die Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten. Sie dauert drei Jahre, findet dual in Kanzlei und Berufsschule statt und vermittelt die Grundlagen von Buchführung, Steuererklärungen, Jahresabschlüssen und Lohnabrechnung. Die Ausbildungsvergütung liegt – je nach Bundesland und Kanzlei – zwischen rund 900 € und 1.400 € brutto pro Monat.
Nach der Ausbildung ist die Anstellung als Steuerfachangestellte/r der klassische Einstieg in die Praxis. Wer sich weiterqualifizieren möchte, kann den Steuerfachwirt (IHK-Fortbildung) anschließen oder direkt Berufserfahrung für das spätere Examen sammeln.
Ein betriebs- oder rechtswissenschaftliches Studium (z. B. BWL mit Schwerpunkt Steuern, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht) verkürzt die nötige Praxiszeit vor dem Examen. Wer einen entsprechenden Hochschulabschluss mitbringt, benötigt für die Zulassung zum Steuerberaterexamen nur 2 Jahre hauptberufliche praktische Tätigkeit – statt 3 Jahre nach der klassischen Ausbildung.
Die Zulassung zum Steuerberaterexamen ist in § 36 StBerG geregelt. Voraussetzung ist eine ausreichende hauptberufliche praktische Tätigkeit auf dem Gebiet des Steuerwesens. Die Mindestdauer beträgt:
Die praktische Tätigkeit muss in einer Steuerberatungskanzlei, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Rechtsanwaltsgesellschaft oder vergleichbaren Einrichtung absolviert werden.
Das Steuerberaterexamen besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil:
Das Examen gilt als anspruchsvoll; die Durchfallquote liegt historisch bei rund 50 %. Eine gründliche, meist mehrmonatige Vorbereitung über Lehrgangswerke oder Repetitorien ist üblich.
Die Kosten setzen sich aus Vorbereitungskurs (typischerweise mehrere tausend Euro), Prüfungsgebühren und ggf. Studienkosten zusammen. Arbeitgeber – insbesondere große Kanzleien und Big-Four-Gesellschaften – übernehmen häufig einen Teil der Kosten und gewähren Freistellung für die Vorbereitung. Bis zur Bestellung als Steuerberater vergehen in der Regel 7 bis 10 Jahre ab Ausbildungsbeginn.
Gibt es eine klassische Ausbildung zum Steuerberater?
Nein. Steuerberater ist kein Ausbildungsberuf. Der Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung oder ein Studium, anschließende Berufspraxis und das Steuerberaterexamen.
Wie lange dauert der Weg zum Steuerberater?
Je nach Einstieg rund 7 bis 10 Jahre: Ausbildung (3 Jahre) oder Studium plus 2 bis 3 Jahre Praxis sowie die Vorbereitung auf das Examen.
Welche Praxiszeit ist für das Examen nötig?
Nach kaufmännischer Ausbildung 3 Jahre, nach Studium 2 Jahre hauptberufliche Tätigkeit im Steuerwesen (§ 36 StBerG).
Was kostet die Vorbereitung auf das Examen?
Vorbereitungskurse kosten meist mehrere tausend Euro; hinzu kommen Prüfungsgebühren. Viele Arbeitgeber beteiligen sich an den Kosten.